„Ich musste es auf meine Weise sagen“
ANNETTE KOLB – LEBEN UND WERK
WFB Verlagsgruppe Bad Schwartau
56 S., broschiert, Euro 5,95
ISBN 3-86672-019-X
Klio, die Muse der Geschichte, ist manchmal recht nachlässig, wenn sie sich um das Vermächtnis der Dichter(innen) bekümmern soll. Da, wo es den Einsatz lohnt, setzt sich der Lübecker Schriftsteller Jürgen Schwalm seit vielen Jahren oft für die Vergessliche an den Schreibtisch. Diesmal geht es ihm um die zu Unrecht nahezu ins Abseits geratene Dichterin Annette Kolb (1870-1967), deren Biografie und deren Werke er in seinem Essay in liebevoller Verehrung beschreibt. Die Zeitgenossin und Freundin Thomas Manns und René Schickeles war die Tochter einer französischen Pianistin und eines königlich-bayrischen Gartenbaudirektors in München, der, wie Jürgen Schwalm augenzwinkernd ausplaudert, der illegitime Sohn des bayrischen Königs Maximilian II. war. Die Autorin schrieb nicht nur Romane, Biografien (Mozart, Schubert) und Essays, sondern setzte sich zeitlebens für die Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland ein. Durch ihr Herkommen international und pazifistisch eingestellt, floh sie 1933 bei Hitlers Machtantritt nach Paris. 1941 gelang es ihr, mit einem der letzten Flugzeuge nach Amerika zu emigrieren. Gleich nach Kriegsende kehrte sie nach Europa und nach München zurück. „Annette Kolb war eine Persönlichkeit voller Gegensätze; sie war erzkatholisch, antiklerikal und liberal; ihr Adel pries eine andere Welt, die Welt des Geistes, Weltgeist“ (Schwalm).
„Jürgen Schwalm hat sich mit Einfühlungskraft in Leben und Werk Annette Kolbs vertieft……… Vielleicht dient das Büchlein als Anstoß für eine Annette-Kolb-Renaissance. Es ist Leserinnen und Lesern zu empfehlen, die an Literatur interessiert sind und eine Neuentdeckung wagen wollen.“ (Prof. Dr. Karlheinz Engelhardt)
ERST BÜCHER, DANN MENSCHEN
Zur Geschichte der Bücherverbrennungen
WFB Verlagsgruppe Bad Schwartau
78 S., broschiert, Euro 6,95
ISBN 3-86672-022-X
Es kam dem Lübecker Schriftsteller und Arzt Jürgen Schwalm in seinem Essay darauf an, die historischen Entwicklungen aufzuzeigen, die zu den Aktionen von 1933 führten. Büchervernichtungsaktionen sind keine Maßnahmen, die nur von den Nationalsozialisten für ihre gesellschaftspolitischen Ziele eingesetzt wurden; sie sind leider auch noch heute aktuell. Kunst und Literatur, diese Sammelbecken schöpferischer Kraft und nicht selten selbst wahre Hexenkessel brodelnder Provokation und Opposition, konnten von jeher Ziele einer Inquisition werden, aus welcher Richtung auch immer. Stets wurden dabei Menschen geopfert. Schon 1820 sprach Heinrich Heine in seiner Tragödie „Almansor“ die prophetischen Worte aus: „Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen“.
Im „3. Reich“ gerieten einige seiner Werke auf den Index der „verbotenen Bücher“. Bonsels’ Strategien, dennoch in Deutschland überleben zu können, wurden bislang der Öffentlichkeit kaum zugänglich gemacht. Sie werden von Jürgen Schwalm ausführlich in seinem Essay analysiert, wobei er in seiner eigenen Stellungnahme um Objektivität bemüht bleibt.
„Schwalm versucht zu verstehen – nicht nur zu verurteilen.“ (Karin Kleemann-Strehlow)
EINE JUGEND UNTER GOLDENEN TÜRMEN
Der Dichter Gustav Falke
Leben und Werk
WFB Verlagsgruppe Bad Schwartau
48 S., 3 Abb., broschiert, Euro 5,95
ISBN 978-3-86672-029-9
Der Dichter Gustav Falke, 1853 in Lübeck geboren und 1916 in Groß Borstel bei Hamburg gestorben, wurde leider schon zu Lebzeiten allzu oft als Epigone seines Freundes Detlev von Liliencron abgewertet. Dabei hat Gustav Falke in guten Stunden mit „kleiner bescheidener Feder, die sich nie groß gedünkt, die aber immer in Liebe und Zärtlichkeit und Dank getaucht war“ (Falke), durchaus eigenständige lyrische Einfälle niedergeschrieben, die es unbedingt verdienen, wiederentdeckt zu werden.
Der Lübecker Schriftsteller und Arzt Jürgen Schwalm beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Leben und dem Werk Falkes, zumal er in dem Eckhaus Breite Straße/Fleischhauerstraße der Lübecker Innenstadt praktizierte, in dem Falke seine Jugendjahre verbrachte, die der Dichter in seinem Roman „Die Stadt mit den goldenen Türmen“ (1912) ausführlich beschrieb. Über Falke ist in neuerer Zeit Einschlägiges nicht berichtet worden. Deswegen verfasste Schwalm seinen hier vorliegenden Essay vorwiegend nach eigenen Recherchen und ergänzte seine Ausführungen mit zahlreichen Zitaten vor allem aus den Lyrik-Bänden Falkes, wobei er seine Sympathie mit dem Dichter, die er schon in seinem Abitur-Aufsatz ausdrückte, nicht verhehlt. Mit seiner Falke-Studie möchte Schwalm zeigen, dass es sich lohnt, der Lebensspur des heute nahezu vergessenen Schriftstellers nachzugehen.
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